Erneut solides Ergebnis erzielt

Die Sparkassenvorstände Ilona Roth und Peter Wolf
Die Sparkassenvorstände Ilona Roth und Peter Wolf (Foto: Melanie Zabel)

„2020 war für uns ein Jahr mit vielen Herausforderungen. Trotz der weiterhin anhaltenden Niedrigzinssituation ist es uns gelungen, ein solides Ergebnis zu erzielen“, fasste Vorstandschef Peter Wolf die Geschäftsentwicklung des Jahres 2020 zusammen. „Wir konnten unseren Wachstumskurs fortsetzen, obwohl das Jahr von der Corona-Pandemie und ihren negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft geprägt war“, ergänzt Vorstandsmitglied Ilona Roth. Die Bilanzsumme betrug zum Jahresende 2,6 Milliarden Euro und verzeichnete einen Zuwachs von über 8,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Grund dafür seien ein steigendes Kreditgeschäft und eine Flut von Kundeneinlagen gewesen. 

 

Corona habe die Sparkasse im Geschäftsjahr 2020 intensiv gefordert. Es seien umfangreiche organisatorische Maßnahmen geplant und durchgeführt worden, bei denen der Schutz der Kunden und Mitarbeiter immer höchste Priorität hatte. Hauptaufgabe sei gewesen, den Geschäftsbetrieb sicherzustellen und handlungsfähig zu bleiben. „Das waren und sind noch immer bewegte Zeiten. Online-Kundenberatungen, Mobile-Office und verschiedene Hygienemaßnahmen sind nur einige Themen, die unseren bisherigen Arbeitsalltag verändert haben“, so Wolf. Innerhalb kürzester Zeit waren gewohnte Arbeitsweisen umzustellen und die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten. „Besonders stolz sind wir auf unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die die Herausforderungen mit herausragendem Engagement meistern“, ergänzt Roth. 

 

Insgesamt habe die Sparkasse im vergangenen Jahr gute Ergebnisse erzielt. Die Dauerniedrigzinsphase und Corona habe das Kreditgeschäft weiterhin befeuert. Allein 382,2 Mio. Euro neue Kredite seien hinzugekommen. Das Kreditvolumen betrage insgesamt 1.536,5 Mio. Euro. Hauptwachstumsträger seien mit einer Neuausgabe von 254,1 Mio. Euro eindeutig die Kredite an Firmen aus der Region gewesen. Viele Firmen hätten von ihrer finanziellen Robustheit profitiert, die sie sich in den letzten Jahren aufgebaut hatten. „Die meisten Unternehmen werden die Krise meistern, weil sie hohe Liquiditätspuffer und Eigenkapitalbestände aufgebaut haben. Dennoch trifft es einige Unternehmen sehr hart“, so Roth. Neben Soforthilfen seien auch Tilgungsaussetzungen, Stundungen oder individuelle Lösungen möglich gewesen. Privatkunden hätten nach wie vor in das eigene Heim investiert. 128,1 Mio. Euro neue Kredite seien für den Wohnungsbau und Modernisierungen sowie für Autofinanzierungen und Konsumgüter verwendet worden. 

 

Das Volumen der Kundeneinlagen habe trotz der anhaltenden Niedrigzinsphase weiter zugenommen. Der Einlagenbestand stieg um 10,3 % auf 2.123,5 Mio. Euro an. Das spiegle während der Corona-Pandemie das Bedürfnis wieder, verstärkt Rücklagen für Unvorhergesehenes zu bilden. 

 

Die Verwerfungen der Kapitalmärkte im Zuge der Corona-Krise haben auch das Wertpapiergeschäft der Sparkasse Gießen geprägt. Wenngleich der DAX das Aktienjahr mit einem moderaten Plus von 3,55 % versöhnlich beendete, hätten zwischenzeitlich starke Schwankungen ausgehalten werden müssen. Festzustellen war, dass es im Abschwung nicht zu Panikverkäufen gekommen sei. Viele hätten die niedrigen Kurse genutzt, um Wertpapiere zu kaufen. Primär sei das Geld in Aktien- und Immobilienfonds sowie Zertifikaten angelegt worden. Auch die Direktanlage in Aktien belebte sich im Zuge der Aktienmarktturbulenzen deutlich. Erfreulich sei auch, dass das regelmäßige Wertpapiersparen in Fonds von Jahr zu Jahr mehr an Zuspruch gewinne. 

 

Die Bedeutung digitaler Services im Bankgeschäft nehme jährlich zu. Die Corona-Pandemie habe diese Entwicklung noch einmal beschleunigt. Zwei Drittel der Kunden nutzen bereits das Online-Banking-Angebot, davon mehr als die Hälfte mithilfe der bereits mehrfach ausgezeichneten Sparkassen-App. 

 

Zum Jahresende 2020 verzeichne die Sparkasse in ihrem Geschäftsgebiet 15 personenbesetzte Filialen, eine Online-Filiale, eine Filiale für Studierende, ein digitales Beratungs-Center und 14 Selbstbedienungs-Filialen. 

 

Aktuell bietet die Sparkasse rund 390 Mitarbeiterinnen Und Mitarbeitern einen sicheren Arbeitsplatz mit interessanten Teilzeitmodellen und guten Weiterbildungsmöglichkeiten. Mit mehr als 70 Auszubildenden gehört sie zudem zu den führenden Ausbildungsbetrieben. 

 

Ausblick 

„In jeder Krise steckt eine Chance. So haben wir 2020 gemeinsam die Chance genutzt, Neues auszuprobieren. Daran knüpfen wir 2021 an“, so Roth. Die Sparkasse selbst sehe trotz Corona und der der langfristig anhaltenden Niedrigzinsphase positiv in die Zukunft. Das Kreditinstitut sei zukunftssicher aufgestellt. „Wir gehen von einer Fortsetzung unseres stabilen Wachstumskurses aus. Vor allem werden wir weiterhin daran arbeiten, unsere Kundinnen und Kunden bestens zu beraten und zu begleiten“, ergänzte Wolf.